Die erste, manchmal einzige Frage, die wir immer wieder gestellt bekamen, wenn wir von unserer Reise erzählten, war: „Ja, aber was macht Ihr wegen der Schule?“ oder so ähnlich.
Was erzählt das eigentlich?
Wir reisen mit fünf Kindern, davon sind vier „schulpflichtig“. Zumindest in Deutschland.
Wir haben uns seit 2011 mit diesem Thema mehr als beschäftigt. Unsere Kinder sind ganz normal in die Waldorfschule gegangen, mit auf und abs bis zum endgültigen „no go“. Dass diese Schule jetzt schließt, spricht nicht gegen uns.
Was folgte, war eine Odyssee aus homeschooling, Staatsschule und weit entfernten Waldorfschulen mit Anfahrten von bis zu vier Stunden pro Tag.
Und um es klar zu sagen: das wichtigste an Schule war für uns und die Kinder immer das Soziale und das Tätig-Sein in Kunst und Handwerk. Wie öde es ohne Klassenkameraden ist, davon können unsere Kinder ein Lied singen. Und wie schnell und einfach Kinder Sachen lernen, wenn sie einen konkreten Bezug im Leben haben oder das Interesse erweckt ist, spricht laut und deutlich gegen Bildungszwang jeder Art. Das ein „Weniger“ an Inhalt oft eben „Mehr“ ist, dass ein gesundes Kind nicht des Paukens sondern eines gesunden Willens und der Anregung bedarf, um sich in etwas selbständig vertiefen zu können: das sind Erfahrungen, die wir aus dieser Odyssee mitnehmen.
Wenn mich also wieder mal jemand fragt: und was macht Ihr wegen der Schule? so habe ich darauf keine schnelle Antwort parat. Wir sehen diese Reise als etwas so Wichtiges und Besonderes an, dass die Schulfrage sich für uns so nicht stellt. Wir werden sehen, was für Bedürfnisse bei den Kindern entstehen und uns bemühen, dass sie die bestmöglichen Voraussetzungen für ein freies, kreatives und selbsttragendes Leben erhalten.