Ankommen

Geduld. Schweigen.
Nun ist es schon bald Ende Januar 2017. Die letzten Monate waren ereignisreich und seit September auch sehr arbeitsreich. Zeit für ein update aus den Bergen.
Italien, Österreich und Deutschland.
Schon im Mai brach Odilia auf nach Deutschland zum jobben und zur Aufnahmeprüfung an eine renommierte Sportschule. Seit Oktober studiert sie begeistert.
Wir hatten das Suchen nach einem Ort zum Gestalten fast schon aufgegeben; zwar hatten wir eine Alm am gefunden, die uns besser als nichts schien, aber wir wussten nicht, wie lebbar das Ganze werden könnte. Die Gebäude etwas bessere Steinhaufen, die Strasse ein steiler kurviger Waldweg, der das Grundstück am unteren Rand streifte, und das Grundstück selber, 3.500m² steile Wiesen mit einigen wunderschönen Bäumen und einem zauberhaften Bächlein. Ein geheimer Garten mit weitem Blick nach Südosten, bei klarem Wetter bis Mailand. Einziges Manko die Autobahn im Tal, die man an diesem steilen Berg fast an jeder Stelle hört. Laut. Dafür aber auch das Plätschern eines Baches. Unglaublich viele Schmetterlinge. Frieden.
Alltagstauglich war das Ganze noch nicht, dafür suchten wir eine Wohnmöglichkeit im Valchiusella, zu mieten oder zu kaufen. Und fanden einfach nichts.

Anfang September, wir waren grade in Seekirchen, kriselte es gewaltig. Als wir zurück nach Italien kamen, in unsere zugegebener Maßen deprimierende Ferienwohnung in Baio Dora an der Autobahn, kamen wir zu dem Schluss, dass wir entweder innerhalb der nächsten zwei Wochen etwas finden oder abreisen würden. Dazu muss ich sagen, dass Oliver nicht glücklich in Italien, mit der Alm* und besonders mit unserer Wohnsituation war, während ich etwas irrational an dieser Alm* hing. Auch war der Kaufvertrag schon ausgearbeitet und stand, allerdings schon seit Wochen, kurz vor dem Abschluss. Ich hatte bei den Verkäufern nur den Vorbehalt angebracht, dass wir eine geeignete Wohnsituation schaffen könnten, die nach allem  hin und her auf der Alm nicht möglich sein würde. Dafür fand ich den Kaufpreis auch etwas zu hoch, aber es tat sich einfach nichts anderes auf und ich fand die Alm* auch sehr schön…
(*Anmerkung: Die Alm (la balma) die hier gemeint ist, wurde uns von unseren Vermietern angeboten und hatte schon etwas, (siehe folgende Fotos)

war aber wie gesagt nicht alltagstauglich und deutlich zu teuer.

Unsere Kinder verdienten sich einen Orden in Flexibilität und Geduld.
Es musste alles wieder losgelassen werden, mit der Bereitschaft, neu zu schauen und gegebenenfalls weiterzuziehen.
Also wieder stundenlang im Internet rumsuchen. Draussen Lärm und Hitze, in der Wohnung das Gefühl von Gefängnis. Untätigkeit als Strafe. Zur Rettung machte Oliver fast täglich Topfenknödel bis man es uns auch ansah… 

Dann eine Annonce. Alm mit 2 Hektar Land. Foto unglaublich. Preis auch.
Mit Hilfe einer italienischen Bekannten vereinbarten wir einen Besichtigungstermin. Kamen. Sahen. Blieben. Zwei Tage später machten wir den Vorvertrag. Dann bekamen wir gleich die Schlüssel und legten los.
Dann:  Alduin beschloss, sich bei Schauspielschulen zu bewerben, besuchte Mitte September einen Aufnahmeworkshop in Innsbruck und zog etwas überrascht und überraschend Anfang Oktober mit seinem Koffer los ins Studium.
Mitte November endlich den Kaufvertrag. Und nun sind wir also, nur noch zu fünft, schon fast 4 Monate dran, zu renovieren, mit Bauantrag, mit einem wunderbaren Geometra – und das in einer Umgebung, die uns jeden Tag aufs Neue beglückt.