Hey ihr Lieben,

Es ist schon viel zu lange her, dass ich hier mal etwas geschrieben habe, deshalb habe ich mir gedacht, dass ich das echt mal wieder machen muss. Und ich habe da auch eine schöne Geschichte für euch!

Also: Es war der 2 Juni 2019, mein Papa, meine kleine Schwester und ich waren zu dieser Zeit alleine zuhause. Wir saßen draußen beim Mittagessen, es war ein schöner sommerlicher Tag. Wir unterhielten uns so über dies und das, als wir dann plötzlich immer wieder ein – wie soll ich sagen, es war eine Art Kreischen – hörten.

Es kam von dem Grundstück unterhalb von uns. Wir haben uns ein bisschen gewundert, insofern man sich eben wundert über Geräusche, die man noch nie gehört hat. Das Kreischen klang ein bisschen, als würde ein junger Greifvogel herumschreien.

Nun ja und da ich dieses Geräusch nicht einfach Geräusch sein lassen konnte, bin ich dann nach dem Essen direkt mal los, um nachzuschauen was das wohl ist. Als ich dann in der ziemlich hohen Wiese von unserem Nachbarn stand, habe ich wieder dieses Kreischen gehört; jetzt war es allerdings schon viel näher. Ich bin also schön leise, damit ich dieses Tier, was auch immer es sein mochte, nicht wegjage.

Alles ist still, ich bin still, nichts rührt sich.

Doch dann plötzlich sehe ich, wie die Wiese sich nicht so weit entfernt von mir bewegt und ich schleiche ein Stück in die Richtung, wo es sich bewegt hat. Jetzt kann ich es erkennen… es ist ein Reh; das Reh hat mich noch nicht endeckt. Ich höre wieder das Kreischen und schleiche noch ein Stück näher. Das Reh, welches bisher entspannt durch die Wiese geschlendert ist, reißt jetzt den Kopf hoch und sieht mich. Es dreht sich schnell um und läuft die Wiese hinunter Richtung Wald. Davor muss das Reh aber noch über eine alte Steinmauer. Die Mauern sind nicht sehr hoch, sie sind allerdings aus ziemlich großen Steinen gemacht. Nun gut, es läuft also zu dieser Mauer, bleibt nochmal kurz stehen, schaut nochmal zurück, bevor es dann elegant über die Mauer springt und somit aus meinem Sichtfeld verschwindet.

Kurz darauf kommen zwei Rehkitze hinterher und klettern mühsam über die Mauer.

Ich renne los, um sie vielleicht nochmal sehen zu können.

Ich gehe auf die Mauer, ich trete auf den ersten Stein, mache einen Schritt auf den nächsten Stein, doch der hat eigentlich absolut keine Lust, dass ich jetzt auf ihm rumtrampel und fängt kurzerhand an zu rollen und zieht mir dadurch sozusagen den Boden unter den Füßen weg…

Der Stein rollt, ich fliege.

Der Stein ratscht mir noch im Wegrollen die Kniekehle und die Hüfte auf.

Als ich dann auf dem Boden sitzend liege und den Stein betrachte, der ein Stück unterhalb zum stehen gekommen ist, denke ich mir so: „hmmm arg, jetzt hat mich dieser Stein fast über´n Haufen gerollt….“Dann stehe ich (ich muss zugeben, etwas fluchend ) auf. Denn so Schürfwunden haben es echt in sich..

Als ich dann zum Stein gehe, der übrigens mitten auf dem Fahrweg vom Nachbarn liegt, denke ich mir (shit shit shit) der kann da ja jetzt echt nicht so liegen bleiben, was soll denn da der Nachbar denken wenn der mal wieder kommt.. Also, sag ich zu mir, rollste halt kurz den Stein vom Weg runter. Hahahha ja es war auf jeden Fall einen schöne Vorstellung! Die wurde dann aber mit dem Versuch, den Stein zu bewegen, ziemlich schnell wieder zerstört. Ja weil so große Steine wiegen so einiges.

Da hab ich echt voll die Agressionen bekommen !!! Meine Hüfte und mein Bein haben höllisch gebrannt, und dann lässt sich dieser Stein nicht bewegen…. Ich weiß nicht wie genau , vielleicht haben mich die Agressionen stärker gemacht, jedenfalls habe ich dann mit Ach und Krach diesen (entschuldigt wenn ich sage) blöden Stein vom Weg gerollt. Dann bin ich nach Hause gelaufen und hab mich dann erstmal hingesetzt um zu schauen wie schlimm ich eigentlich aussehe… und naja, wie soll ich sagen, ich denke ich könnte Medaillen gewinnen wenn es darum geht sich idiotisch zu verletzen!!

Nachdem ich meinem Papa diese Geschichte erzählt hatte, haben wir uns so überlegt, wie es wohl wäre, ein Rehkitz groß zu ziehen…nach vielem Überlegen und einem bisschen Recherchieren sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir auf jedenfall kein Rehkitz groß ziehen wollen würden, denn das wäre eine fürchterlich komplizierte Sache.

Ihr müsst wissen, wir ziehen es bei allen erdenklich möglichen Tierarten in Betracht, sie groß zu ziehen.

Das ist bei uns sozusagen normal..ob jetzt ein Fuchs, ein Reh oder vielleicht sogar ein Wildschwein, das haben wir alles schon in Betracht gezogen. Das mag vielleicht etwas komisch klingen, aber ich denke, wenn man mitten in der Natur wohnt, umgeben von diesen Tieren, kommt man eben auf solche Ideen….Aber ich meine wenn man in einem Dorf wohnt, umgeben von Menschen, kann man auch auf die seltsamsten Ideen kommen! Natürlich nicht unbedingt auf die Idee, seinen Nachbarn groß zu ziehen, aber bestimmt irgendwelche anderen seltsamen Sachen…ich denke jeder kennt das, der in einem Dorf oder in einer Stadt wohnt.

Und, naja, um wieder zurück zum Reh zu kommen:

Da war dann zwei Tage später ein kleines Rehkitz, das unser Leben und unseren Rhythmus auf den Kopf gestellt hat…Die Geschichte, wie es dazu kam, wird bald folgen.

26.11.2019

Luisa Gazquez

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